Eine der bekanntesten Theorien des Wissensmanagements ist die Wissenstreppe von Klaus North. Laut North entsteht Wissen erst, wenn Informationen in einen Kontext und mit bisherigen Erfahrungen und Erwartungen in Verbindung gebracht werden. Daraus ergibt sich, dass Wissen auch einen höchst persönlichen Aspekt aufweist. Wissensmanagement erfolgt somit nicht nur auf Organisationsebene, sondern es macht Sinn, sich dem Thema von einer persönlichen Warte aus zu nähern und persönliches Wissensmanagement zu betreiben.

Synergy Map

Reinmann und Eppler präsentieren in dem Buch „Wissenswege. Methoden für das persönliche Wissensmanagement“ ein Modell des persönlichen Wissensmanagement und beschreiben zusätzlich zahlreiche Methoden bzw. Werkzeuge des PWM. Die beiden AutorInnen unterscheiden dabei zwischen Methoden für operative sowie für strategische Ziele. Während es bei den operativen Methoden darum geht, ein akutes Problem zu lösen, steht bei den strategischen eine längerfristige Kompetenzentwicklung im Vordergrund.

Die Synergy Map ist eine Methode für ein strategisches Ziel im Sinne des PWM: Mittels Synergy Map werden die eigenen Ziele dokumentiert und deren Verbindungen zueinander analysiert. So kann man Erkenntnisse daraus gewinnen, ob diese Ziele erreichbar sind bzw. welche Gefahren bei der Umsetzung auftreten können.

Analyse meiner Synergy Map: Die Ziele meiner Synergy Map sind gut aufeinander abgestimmt. Es ergibt ein stimmiges realistisches Ziel-Abbild. Der kritische Erfolgsfaktor ist „Zeit“ und zwar in der Vereinbarkeit der drei Dimensionen Beruf – Studium – Freizeit. Ob alle Ziele wie gewünscht umsetzbar sind, hängt somit sehr stark vom persönlichen Zeitmanagement ab. Durch die Erstellung meiner persönlichen Synergy Map wurde mir dieser mögliche Zielkonflikt nochmals offensichtlicher. Ich habe im Zuge der Erstellung auch bewusst weitere Ziele aus meinem aktuellen „2-Jahres-Programm“ rausgestrichen, da mir klar wurde, dass die Realisierung aller Ziele einfach nicht möglich gewesen wäre. Somit half mir die Synergy Map durchaus, mich auf die wichtigsten Themen zu konzentrieren.

Seek-Sense-Share

Persönliches Wissensmanagement erfordert ein lebenslanges Lernen, ist aber mehr als nur kontinuierliche Weiterbildung. Wissen – nach Harold Jarche – lebt von seiner praktischen Anwendung, von gemeinsamen Erfahrungen und der Rückmeldung anderer. Darauf basierend hat Jarche das Modell des Seek-Sense-Share (SSS) aufgebaut. Jarche sieht PWM als einen kontinuierlichen Prozess des Suchens (also der Auseinandersetzung mit neuem Wissen), des Reflektierens (Bewertung und Einordnung der neuen Information) und des Teilens.

Mein SSS-Framework

Bei der Analyse meines persönlichen SSS-Frameworks habe ich festgestellt, dass ich mich durchaus noch verstärkt auf traditionelle Methoden des Lernens konzentriere und vor allem der Aspekt des Teilens noch ausbaufähig ist. Ich „Suche“ sehr stark und nutze hier durchaus vielfältige Zugangsmöglichkeiten. Ebenso auch beim „Reflektieren“. Das „Teilen“ vernachlässige ich jedoch bisher. Für mich selbst habe ich bislang noch keine konkrete Social-Media-Strategie festgelegt und setze moderne Technologien nur bedingt zielorientiert ein. Als konkrete Konsequenz habe ich mich deshalb darangesetzt, diverse Social-Media-Kanäle näher anzusehen und eine persönliche Social-Media-Strategie zu entwickeln. Unterstützend habe ich auch die Methode der Lifeline herangezogen und hiermit meine Vergangenheit in Bezug auf Kenntnisse, Erfahrungen und Kontakte analysiert. Als neue Erkenntnis daraus habe ich erkannt, dass ich in den letzten 20 Berufsjahren die Kontaktpflege sehr vernachlässigt habe. Soziale Medien bieten hier ganz neue Möglichkeiten und ich möchte unbedingt damit beginnen, diese zielgerichtet zu nutzen.

Working Out Loud

Das Buch „Working Out Loud” von John Stepper beschreibt die Möglichkeiten und den Nutzen, die eigene Arbeit sichtbarer zu machen und sich ein nützliches Netzwerk aufzubauen. Ich arbeite aktuell (Stand: Jänner 2020) sehr intensiv mit diesem Buch und nutze es, um mein SSS-Framework zu erweitern und die Ziele meiner Synergy Map zu verfolgen (Social-Media-Strategie festlegen und umsetzen). Die Dokumentation der im Buch zur Verfügung gestellten Aufgaben habe ich bereits begonnen. Die konsequente Fortsetzung der Aufgaben und die damit verbundene Festlegung meiner Social-Media-Strategie wird in den Semesterferien ein Schwerpunkt meiner persönlichen to do’s darstellen.

Mein persönliches Wissensmanagement

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